Ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll?

Nach der Krankenversicherung zählt direkt die Berufsunfähigkeitsversicherung als die wichtigste Versicherung überhaupt. Den meisten Menschen ist die Wichtigkeit einer Berufsunfähigkeitsversicherung aber gar nicht klar. Da die Berufsunfähigkeitsversicherung, kurz auch BU genannt, nicht zu den preiswertesten Versicherungen zählt und zudem in der Regel bis zum Renteneintritt durchgezahlt wird, fragen sich viele Arbeitnehmer und Selbstständige oft, ob eine BU sinnvoll ist oder nicht. Jedoch gilt zu bedenken, dass die private Berufsunfähigkeitsversicherung häufig die einzige leistungsstarke Absicherungsmöglichkeit ist, wenn du aufgrund einer Krankheit oder Unfall nicht mehr arbeiten kannst.

Im Nachfolgenden haben wir alle wichtigen Informationen über den Sinn der BU für dich zusammengestellt.

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Das Wichtigste kurz zusammengefasst:

  • Grundsätzlich ist die Berufsunfähigkeitsversicherung für all diejenigen sinnvoll, die auf Einkünfte aus eigener Arbeit angewiesen sind. Die Berufsunfähigkeitsversicherung bietet nämlich die einzige Möglichkeit, um sich gegen plötzlich eintretende Berufsunfähigkeit abzusichern.
  • Bedauerlicherweise kann die Berufsunfähigkeit wirklich jeden von uns treffen – sei es nun durch einen Unfall, Erkrankungen aufgrund körperlicher Arbeit oder eine psychische Krankheit wie beispielsweise Burnout.
  • Es gilt, den vorherigen Lebensstandard mit der Berufsunfähigkeitsrente abzusichern, da die staatlichen Leistungen bei Weitem nicht ausreichen.
  • Die Höhe der Versicherungsbeiträge ist von vielen verschiedenen und individuellen Faktoren abhängig. Um die Kosten möglichst genau kalkulieren zu können, ist eine individuelle Beratung bei einem unabhängigen Versicherungsmakler hilfreich.

Berufsunfähigkeitsversicherung: Warum ist sie so wichtig?

Wie du mit Sicherheit weißt, erhalten Angestellte, wenn sie krankheitsbedingt ausfallen, nur sechs Wochen lang weiterhin ihr Gehalt. Im Anschluss übernimmt die Krankenkasse bei gesetzlich Versicherten die Unterstützung und zahlt bis zu 1,5 Jahre lang sogenanntes Krankengeld. Bedauerlicherweise kommt es allerdings schon hier zu spürbaren finanziellen Einbußen, denn das gesetzliche Krankengeld beträgt nur 70% deines Bruttoeinkommens, höchstens jedoch 90 Prozent des Netto-Verdienstes. Spätestens nach dieser 1,5 jährigen Frist gibt es jedoch keinen Cent mehr von der gesetzlichen Krankenkasse. Hast du nun nicht bereits vorab mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung privat vorgesorgt, musst du an diesem Punkt vermutlich Sozialhilfe beantragen. Die finanzielle Existenz ist somit maßgeblich in Gefahr. Für Freiberufler und Selbstständige gestaltet sich dieses Szenario noch deutlich bedrückender, denn sie können in der Regel nicht einmal auf staatliche Unterstützung hoffen.

Wissenswert:

Jeder Vierte wird im Laufe seines Berufslebens mindestens einmal vorrübergehend berufsunfähig. Diese Tatsache zeigt uns, dass der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung allemal sinnvoll ist. Auch wenn man jung ist und sich rund um gesund fühlt, nimmt die Wahrscheinlichkeit der Berufsunfähigkeit mit steigendem Alter verständlicherweise zu. Das geringere Risiko in der Jugend bringt zugleich auch einen Vorteil mit sich, denn Versicherer belohnen dieses mit deutlich günstigeren Beiträgen. Außerdem müssen gesunde Menschen ohne Vorerkrankungen nur sehr selten mit Leistungsausschlüssen rechnen.

Wann zählst du als Berufsunfähig?

Als berufsunfähig zählst du, wenn du voraussichtlich mindestens 6 Monate deinen zuletzt ausgeübten Beruf nur noch zu 50% oder weniger ausüben kannst. In diesem Fall ist es wichtig einen Arzt aufzusuchen, damit dieser einen Bericht an deine Versicherung schickt.

Manchmal kommt es vor, dass die Versicherung nochmal einen eigenen Arzt zur Prüfung beauftragt. Wenn die Prüfungsphase durch ist und du deine Genehmigung hast, erhältst du deine vereinbarte monatliche Rente gezahlt. Diese wird solange bezahlt, wie du berufsunfähig bist – längstens bis zur vereinbarten Laufzeit.

Für welche Berufsgruppen ist eine BU sinnvoll?

Grundsätzlich lohnt sich die Berufsunfähigkeitsversicherung für alle Berufsgruppen, denn schließlich kann eine Berufsunfähigkeit wirklich jeden betreffen:

  • Angestellte: Aufgrund ihrer regelmäßigen Einzahlung in die gesetzliche Rentenversicherung haben Angestellte im Falle einer Berufsunfähigkeit einen Anspruch auf staatliche Erwerbsminderungsrente. Jedoch fällt diese in der Regel recht niedrig aus, sodass der gewohnte Lebensstandard oftmals nicht fortgeführt werden kann.
  • Selbstständige: Für diese Personengruppe ist die BU besonders wichtig, denn Selbstständige erhalten keinerlei staatliche Leistungen – sie haben weder einen Anspruch auf Krankengeld noch auf Erwerbsminderungsrente. Somit müssen sich Selbstständige komplett selbst um ihren Versicherungsschutz kümmern.
  • Studenten: Gleiches gilt auch für Studierende, denn sie sind in der Regel auch nicht über den Staat abgesichert. Das liegt daran, dass sie noch nicht im Berufsleben stehen. Der Abschluss einer BU sichert sie unteranderem auch für den Fall ab, dass ein Start ins Berufslebens gar nicht möglich sein sollte.
  • Auszubildende: Azubis können nur in seltenen Fällen von der Erwerbsminderungsrente Gebrauch machen, so beispielsweise bei Berufskrankheiten oder Arbeitsunfällen. Jedoch zahlt eine BU hingegen dazu auch bei nicht durch die Arbeit verursachter Berufsunfähigkeit.
  • Freiberufler wie zum Beispiel Ärzte, Steuerberater und Juristen: Auch für diese Personengruppe stellt die BU eine sinnvolle Absicherung dar, denn die Versorgungswerke sichern nur eine komplette Erwerbsunfähigkeit ab.
  • Beamte: Bei Beamte gestaltet sich die Absicherung ähnlich wie bei Angestellten, denn auch sie sind gesetzlich abgesichert. Allerdings greift die sogenannte Dienstunfähigkeitsrente erst nach 5 Jahren Dienstzeit. Für diese Berufsgruppe lohnt sich der Abschluss einer BU demgemäß vor allem für die ersten 5 Berufsjahre.
  • Schüler: Auch als Schüler kann es durchaus sinnvoll sein, eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen, denn die Tarife sind in jungen Jahren besonders günstig.

Wie hoch sollte deine Berufsunfähigkeitsrente sein?

Damit du im Falle einer Berufsunfähigkeit auch den Verlust deines Einkommens auffangen kannst, empfehlen wir immer 80% des Nettoeinkommens abzusichern. Bei 2000€ Netto sind das z.B. 1600€ BU-Rente. Mit erneuter Gesundheitsprüfung kann die Rente später auch noch nach oben angepasst werden – runter sogar ohne.

Wähle immer eine möglichst lange Laufzeit in deiner Berufsunfähigkeitsversicherung. Es gibt nichts Schlimmeres als berufsunfähig zu sein und die Versicherung aufhört zu zahlen bevor du in Rente gehst. Wichtig ist außerdem zu wissen, dass die Laufzeit nach Vertragsabschluss nicht mehr angepasst werden kann. Wähle also vorher eine vernünftige länge aus.

Die zwei Irrtümer in der Berufsunfähigkeitsversicherung

1. Der Staat wird sich schon um mich kümmern!

Das ist meistens die erste Antwort in Gesprächen über das Thema Berufsunfähigkeitsversicherung und nur teilweise richtig. Voraussetzung dafür, dass der Staat dir im Falle einer Berufsunfähigkeit eine Berufsunfähigkeitsrente zahlt ist, dass du noch vor 1961 geboren bist. Ist das nicht der Fall, bekommst du vom Staat keine Berufsunfähigkeitsrente.

Was du unter bestimmten Voraussetzungen bekommen kannst ist die sogenannte Erwerbsminderungsrente. Einen Anspruch darauf hast du laut §43 SGB VI nur unter folgenden Voraussetzungen:

  • eine teilweise oder volle Erwerbsunfähigkeit liegt bei vor (Feststellung durch den Amtsarzt der gesetzlichen Rentenversicherung)
  • du hast mindestens 3 Jahre Pflichtbeiträge in die gesetzliche Rentenversicherung bezahlt für eine versicherte Tätigkeit oder Beschäftigung (und dies innerhalb der letzten fünf Jahre vor Eintritt der Erwerbsunfähigkeit)
  • die allgemeine Wartezeit muss erfüllt sein (diese beträgt in der Regel fünf Jahre)

Auszubildende, Schüler oder Studenten haben in der Regel keinen Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente.





Hast du die Voraussetzungen erfüllt gibt es Zwei Stufen: Wenn du noch 0 – 3 Stunden irgendeinen Job ausüben kannst, bekommst du die volle Erwerbsminderungsrente von ca. 30% des letzten Bruttogehaltes. Kannst du noch 3 – 6 Stunden irgendeinen Job ausüben, bekommst du die kleine Erwerbsminderungsrente und dann nur 15% deines letzten Bruttoeinkommens. Von beidem wird es schwer bis unmöglich weiter wie bisher leben zu können.

2. Mein Beruf ist ungefährlich, da werde ich nicht berufsunfähig!

Da sagen die Zahlen leider etwas Anderes, denn jeder 4. wird in seinem Leben berufsunfähig. Schaut man sich die körperlich tätigen Berufe wie z.B. den Handwerker an ist es sogar jeder 3.

Beim Thema Berufsunfähigkeitsversicherung überlegen die meisten Menschen, wie ,,gefährlich‘‘ der eigene Beruf ist. Gerade Büromitarbeiter denken oft, dass gerade bei diesem Beruf nichts passieren kann. Leider ist dieser Gedanke sehr gefährlich, denn gegen Burn-Out, Krebs oder andere Nervenkrankheiten ist leider niemand befreit. Gerade das Thema Burn-Out ist die meist gemeldete Ursache für einen BU-Fall.

Auf welche Punkte solltest du bei einer Berufsunfähigkeit achten?

  • Verzicht der abstrakten Verweisung. Das bedeutet, dass der Versicherer dich nicht auf einen ganz anderen Beruf verweisen kann, der nicht deinem Bildungsniveau und Gehaltsklasse entspricht.
  • Du musst Leistung ab einer Berufsunfähigkeit von 50% erhalten und das rückwirkend ab dem ersten Tag der Feststellung.
  • Es muss weltweiter Versicherungsschutz vereinbart sein.

Was kostet eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Leider gibt es hier keine pauschale Aussage, da jeder ein anderes Alter, Gesundheitszustand, Beruf usw. hat. Wichtig ist das du dir einen Preis nimmst den du auch durchgehend bezahlen kannst. Denn es geht um deine Existenz und wenn du irgendwann den Beitrag nicht mehr zahlen kannst besteht für den Zeitraum kein Versicherungsschutz.

Eines ist aber sicher: Je früher du eine Berufsunfähigkeit abschließt desto günstiger wird es. Dein Eintrittsalter ist ein wichtiger Faktor und spielt dir so in die Karten.

Worauf solltest du bei der Gesellschaft achten?

Du solltest dir anschauen, wie oft ein Kunde wegen einer zu Unrecht verweigerten Berufsunfähigkeitsversicherung vor Gericht gezogen ist. Wichtig dabei ist, dass du schaust in wie vielen Fällen wirklich zu Unrecht verweigert wurde.

Deine KFZ-Vollkasko ist nicht wichtiger

Den meisten ist es wichtiger das Ihr Auto eine Vollkasko hat, als die eigene Arbeitskraft abzusichern. Die Wichtigkeit liegt da anscheinend eher beim PKW als bei seinem eigenen Körper.

Wenn du dir nur mal ausrechnest was für einen finanziellen Schaden du erfährst, wenn du z.B. mit 2000€ Nettoeinkommen berufsunfähig wirst. Das sind z.B. auf 35 Jahre Arbeitszeit gerechnet bereits 840.000€. Dafür kannst du viele Autos fahren 😉

 

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Unser Fazit

Wir sind der Meinung, dass die Berufsunfähigkeitsversicherung allemal sinnvoll ist, denn sie fängt den Einkommensverlust ab, wenn man seinen zuletzt ausgeübten Beruf mindestens sechs Monate oder über einen längeren Zeitraum nicht mehr ausüben kann.

2020-03-25T18:12:14+02:0015.03.2020|
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