Berufsunfähigkeitsversicherung steuerlich absetzen

Ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung von der Steuer absetzbar? Diese Frage taucht sehr häufig neben vielen anderen bei der Thematik rund um die Berufsunfähigkeitsversicherung und Steuer auf. Verständlich, denn laut Statistik gibt es in fast jedem dritten Haushalt eine Berufsunfähigkeitsversicherung, kurz auch „BU“ genannt. Grundsätzlich gilt: Wer seine private Berufsunfähigkeitsversicherung in der jährlichen Steuererklärung angibt, hat die Möglichkeit einen Teil der Versicherungsbeiträge aus dem Vorjahr steuerlich abzusetzen. Aber wie so oft im Steuerrecht ist es auch hier nicht ganz so einfach. Wir bringen Licht ins Dunkel.

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Das Wichtigste kurz zusammengefasst:

  • Grundsätzlich kannst du die Beiträge für deine Berufsunfähigkeitsversicherung steuerlich absetzen.
  • In der Praxis ist das aber oftmals nicht möglich, da es Höchstgrenzen gibt, bis zu denen die Beiträge für die BU abgesetzt werden dürfen.
  • Diese Höchstgrenze erreichst du in der Regel allein schon mit deinen Beiträgen zur Kranken- und Pflegeversicherung.
  • Es gibt aber auch steuerliche Sonderfälle. Hierzu gehören unteranderem Berufsunfähigkeitsversicherungen über den Arbeitsgeber oder als Zusatz einer sogenannten Rürup-Rente.

Berufsunfähigkeitsversicherung steuerlich absetzbar: Das große Aber!

Grundsätzlich unterstützt dich der Staat natürlich dabei, wenn du dich vor den finanziellen Folgen einer Berufsunfähigkeit schützen möchtest. Schließlich gelten die Beiträge für die BU als sogenannte Sonderausgaben. Diese wiederum können von der Steuer abgesetzt oder wie es der Fachmann nennt: steuerlich geltend gemacht werden. Schon hast du ein paar Steuern eingespart.

Wie viel du dabei sparen kannst, ist allerdings ganz unterschiedlich. In zahlreichen Fällen sparst du sogar überhaupt nichts. Warum? Ganz einfach: Weil es für die Sonderausgaben eine Höchstgrenze gibt. Du kannst also nicht beliebig viel Geld von der jährlichen Steuer absetzen.

Zudem spielen bei der Frage, wie viel du sparen kannst, noch einige weitere Faktoren eine entscheidende Rolle:

  • Hast du die BU separat oder als Hauptversicherung abgeschlossen?
  • Hast du die BU als Zusatzversicherung etwa als Teil einer Renten- oder Lebensversicherung abgeschlossen?
  • Wie hoch ist dein monatliches Einkommen?
  • Bist du Angestellter oder Selbstständiger?
  • Bist du verheiratet oder ledig?

Höchstgrenzen in der Steuererklärung: Das musst du wissen!

Die Beiträge für deine Berufsunfähigkeitsversicherung machst du sehr einfach steuerlich geltend: Im Grunde genommen zählst du hierfür nämlich lediglich alle Beiträge eines Jahrs zusammen und trägst diese Summe in deiner Einkommenssteuererklärung unter dem Punkt „Sonstige Vorsorgeaufwendungen“ ein. Anschließend musst du auf diese Summe keine Steuern mehr bezahlen.

Wären da nicht die strengen gesetzlich festgelegten Höchstgrenzen, denn das funktioniert nur dann, wenn du deinen Höchstbetrag noch nicht ausgereizt hast. Wie du bereits weist, darfst du nämlich nicht willkürlich solche sonstigen Vorsorgeaufwendungen von deinem Einkommen abziehen, sondern nur bis zu einer festgelegten Höchstgrenze. Diese liegt maximal bei:





  • 900 Euro, wenn du Angestellter oder Beamte bist. Vereinfacht gesagt: Wenn du Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung nicht komplett alleine bezahlst, da dein Arbeitgeber ja eine Hälfte übernimmt.
  • 800 Euro, wenn du als Selbstständiger, Gewerbetreibender oder Freiberufler tätig bist. Vereinfacht gesagt: Wenn du die Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung aus eigener Tasche bezahlst.

Das mag erst mal nach recht viel klingen, jedoch ist dieser Höchstbetrag in der Praxis meist schnell erreicht. Schließlich gibt es ja auch noch weitere Mittel, mit denen du dich für den Notfall absicherst, nämlich deine Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung. Für diese Basisabsicherung gibt es zwar keine spezielle Höchstgrenze, denn hier kannst du sämtliche Kosten abziehen. Allerdings zählen sie für die Höchstgrenze mit. Das bedeutet: Wenn du mit den Beiträgen für die Kranken- und Pflegeversicherung jährlich über die 1.900 bzw. 2.800 Marke kommst, bleibt für die Abrechnung der Berufsunfähigkeitsversicherungsbeiträge kein Spielraum mehr über.

BU-Zusatzversicherung bei Rürup und Riester: Wie gestaltet sich hier die steuerliche Regelung?

Die beiden oben beschriebenen Regeln gelten in zwei Fälle:

  • bei der sogenannten selbstständigen Berufsunfähigkeitsversicherung, kurz SBU: Hierbei handelt es sich um die Versicherung, die du direkt für den Fall der Berufsunfähigkeit abgeschlossen hast und für die du eigene Beiträge zahlst.
  • bei der Berufsunfähigkeitszusatzversicherung, kurz BUZ: Diese Versicherung hast du z.B. zusammen mit einer Renten- oder Lebensversicherung abgeschlossen.

Es gibt aber auch eine Berufsunfähigkeitsversicherung als Zusatz einer Rürup-Rente. Bei einer derartigen BUZ kannst du weitaus höhere Beiträge steuerlich absetzen. Im Jahr 2019 liegt die Höchstgrenze für Alleinstehende bei 23.712 Euro. Bist du verheiratet, hast du die Möglichkeit, Beiträge bis zu einer Höhe von 47.424 Euro pro Jahr geltend zu machen.

 

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Bei der BUZ im Rahmen einer Riester-Rente gestaltet es sich recht ähnlich, denn auch hier darfst du die eben erwähnten Beiträge von der Steuer absetzen. Jedoch gilt in diesem Fall folgendes: Es dürfen von den gesamten Beiträgen zur Riester-Rente nur höchstens 15 Prozent in die Berufsunfähigkeitsversicherung fließen.

2020-03-25T18:12:36+02:0015.03.2020|
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